Bernhard Peter
Britische heraldische Exlibris (25)

Exlibris von unbekanntem Künstler:
Das vorliegende Bücherzeichen von der Hand eines nicht näher bekannten Künstlers ist für Ughtred Kay-Shuttleworth (18.12.1844-20.12.1939), 1877-1939 2. Baronet (of Gawthorpe Hall) und 1902-1939 1. Baron Shuttleworth, wobei letzterer Titel für ihn geschaffen wurde. Der seltene Vorname ist angelsächsischen Ursprungs und setzt sich zusammen aus Begriffen für "Dämmerung" und "Rat" und war früher vor allem in Northumbria verbreitet. Ughtred Kay-Shuttleworth war der Sohn von James Philipps Kay, später Kay-Shuttleworth (20.7.1804-26.5.1877), J.P., D.L., Arzt und 1839-1849 Ständiger Sekretär des Bildungsministeriums (Committee of the Council on Education), 1864 High Sheriff of Lancashire, und dessen Ehefrau, Janet Shuttleworth, die Erbtochter von Robert Shuttleworth auf Gawthorpe Hall. Sein Vater, der Namen und Wappen der Ehefrau mit sem seinigen vereinte, war am 22.12.1849 zum Baronet erhoben worden, of Gawthorpe Hall in the County Palatine of Lancaster. Der Großvater des Exlibriseigners war väterlicherseits Robert Kay of Rochdale.

Ughtred Kay-Shuttleworth besuchte die Harrow School, wurde Jurist und machte dann eine politische Laufbahn im Dienste der Liberal Party. Zeitweise war er JP (Justice of the Peace, Friedensrichter) von Westmorland und Lancashire. Er war 1869-1880 für den Wahlkreis Hastings und 1885-1902 für den Wahlkreis Clitheroe Mitglied des House of Commons (Unterhausabgeordneter). 1880-1882 war er Mitglied des Schulausschusses von London. 1886 war er zunächst unter Premierminister William Ewart Gladstone Unterstaatssekretär im Indienministerium (India Office), wechselte dann noch im selben Jahr in das Amt des Chancellor of the Duchy of Lancaster. Ebenfalls in diesem Jahr wurde er Mitglied des Privy Council (P.C.). 1888-1892 war er Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Konten des Unterhauses (Public Accounts Committee). 1892 wurde er von Premierminister Gladstone zum Parlamentarischen Sekretär und Finanzsekretär der Admiralität (Parliamentary and Financial Secretary to the Admiralty) ernannt und blieb es bis 1895. Am 16.7.1902 wurde er zum Dank für seine Verdienste zum Baron Shuttleworth, of Gawthorpe in the County Palatine of Lancaster, erhoben, wodurch er nun als Angehöriger des erblichen Adelsstandes (Hereditary Peerage) in das House of Lords wechselte. 1906-1911 war er Vorsitzender der Königlichen Kommission für Kanäle und Wasserstraßen (Royal Commission on Canals and Waterways). 1908-1928 war er Lord Lieutenant sowie Custos Rotulorum von Lancashire, wobei dies Ehrentitel waren.

 

Das Wappen von Ughtred Kay-Shuttleworth sehen wir in der heraldisch rechten Spalthälfte des Ehewappens, geviert, Feld 1 und 4: in Silber drei (2:1) schwarze Weberschiffchen mit goldener Garnspule (Shuttleworth), Feld 2 und 3: in Silber drei schwarze schräggelegte Hermelinschwänzchen zwischen zwei schwarzen Schrägrechtsfäden, das Ganze zwischen zwei liegenden blauen Mondsicheln (Kay). Der englische Blason lautet: Quarterly: 1st and 4th, Argent three weavers' shuttles Sable tipped and threaded Or, 2nd and 3rd, Argent between two bendlets Sable between as many crescents Azure three Ermine spots. Oben sehen wir das kleine silberne Schildchen mit der roten Hand als Kennzeichen eines Baronets. Beide hier verwendeten Kleinode gehören zum Ehemann, zu schwarz-silbernen Decken, Helm 1 (rechts): auf einem schwarz-silbernen Wulst ein wachsender naturfarbener gerüsteter Arm, der im Panzerhandschuh ein schwarzes Weberschiffchen mit goldener Garnspule emporhält (Shuttleworth), engl.: a cubit arm in armour Proper grasping in the gauntlet a shuttle as in the arms, Helm 2 (links): auf einem schwarz-silbernen Wulst eine liegende goldene Mondsiuchel, auf der ein goldener Finkenvogel steht (Kay), engl.: on a crescent Azure a goldfinch Proper. Nicht dargestellt werden die beiden von der Familie verwendeten Schildhalter, rechts ein Weber, in der äußeren Hand ein Weberschiffchen wie im Schild haltend, links ein Seemann, in der äußeren freien Hand eine Schiffslampoe haltend, alles in natürlichen Farben, engl.: Supporters: dexter a weaver habited in cap and apron Proper holding in the exterior hand a shuttle as in the arms, sinister a seaman holding in his exterior hand a ship's lamp all Proper. Dafür sehen wir unten auf dem Schriftband die Devise der Familie: "Kynd Kynn Knawne Kepe" - kind kin when known keep - sinngemäß: behalte die Verwandten, sofern bekannt.

Zu erklären bleibt die heraldisch linke Spalthälfte des Wappens, denn die gehört zur Ehefrau des Bucheigners. Ughtred Kay-Shuttleworth heiratete am 1.7.1871 Blanche Marion Parish (-10.6.1924), die Tochter von Sir Woodbine Parish (14.9.1796-16.8.1882) KCH JP FRS, of Quarry House, St Leonard's-on-Sea, co. Sussex, der seinerseits eine hochinteressante Karriere als Abenteuerreisender, Diplomat und Wissenschaftler gemacht hatte, wovon dieses väterliche Wappen der Ehefrau zeugt. Nach seiner Ausbildung am Eton College nahm er 1815 seinen ersten diplomatischen Posten an, also in jenem Jahr, in dem Napoléon endgültig besiegt und verbannt wurde. Er war an der Wiederherstellung des KJönigreichs Neapel und am Vertrag von Paris beteiligt. 1823 wurde er Generalkonsul in Buenos Aires (Vereinigte Provinzen des Rio de la Plata, Provincias Unidas del Río de la Plata), 1825 Geschäftsträger daselbst, was er bis 1832 blieb. Er war maßgeblich an der Unabhängigkeit Argentiniens 1825 beteiligt, und deshalb bekam er auch das Privileg, die aufgehende Sonne aus dem argentinischen Staatswappen (in blau-silbern geteiltem Feld zwei sich fassende treue Hände, die einen Stab = pica halten, der eine rote phrygische Mütze = gorro de gules trägt, auf dem Schild eine aufgehende Sonne mit 21 abwechselnd geraden und geflammten Sonnenstrahlen = sol de mayo, um den ovalen Schild zwei grüne Lorbeerzweige gelegt) als Schildhaupt in sein eigenes Wappen aufzunehmen. Diese Sonne ist ein altes Inka-Symbol und stand in Form eines von Sonnenstrahlen umgebenen Gesichtes für den Sonnengott Inti, den Sohn des göttlichen Schöpfers Viracocha. Die argentinische Flagge ist blau mit einem weißen Streifen, aif dem die goldene Inti-Sonne dargestellt wird. 1826-1827 erforschte Woodbine Parish zusammen mit Joseph Barclay Pentland einen großen Teil der bolivianischen Anden, ehe er wieder diplomatische Missionen in Neapel übernahm. Sir Woodbine Parish war zweimal verheiratet, erst mit Amelia Morse, der Tochter von Leonard Becher Morse, danach mit Louisa Ann Hubbard, der Tochter von John Hubbard of Stratfield Grove, Essex. 

Das Wappen Parish der Ehefrau kann man also wie folgt blasonieren: Unter einem blauen Schildhaupt mit einer aufgehenden goldenen Strahlensonne mit abwechselnd geraden und geflammten Strahlen in Silber ein schwarzer Sparren, begleitet von 10 (4:2:1:2:1) schwarzen, widergekreuzten Kreuzchen und im Sparrengiebel belegt mit einem silbernen Steckkreuzchen (engl.: Argent, on a chevron Sable between ten cross crosslets, six in chief and four in base of the last, a cross crosslet fitchée of the first, a chief azure issuant therefrom a sun in splendour). Die Helmzier der Ehefrau ist hier nicht vertreten. Der Vollständigkeit halber sei sie erwähnt, es wäre zu schwarz-silbernen Decken und ebensolchem Wulst ein schwarzes, widergekreuztes Kreuz auf einem natürlichen Felsen (engl.: mantlings Sable and Argent, upon a wreath of the colours, on a rock Proper, a cross crosslet sable". Die Devise der Familie der Ehefrau lautet "Justum et tenacem".

Zurück zum Vater des Exlibriseigners, James Philipps Kay-Shuttleworth: Von ihm gibt es an Gawthorpe Hall eine Wappendarstellung aus dem Jahr 1851 mit gleichen Inhalten, aber anderer Anordnung. Der Hauptschild ist das kombinierte, aus Kay und Shuttleworth gevierte Wappen. Diesem ist das gevierte Wappen der Ehefrau als inescutcheon of pretence mittig aufgelegt. 

Ughtred Kay-Shuttleworth hatte sechs KInder, 1.) Angela Mary Kay-Shuttleworth (18.9.1872-20.12.1967), vermählt am 30.12.1899 mit Oberst Bernard Ramsden James (-30.4.1938), 2.) Nina Louisa Kay-Shuttleworth (31.3.1879-11.4.1948), vermählt am 21.12.1910 mit Richter Eustace Gilbert Hills (-17.10.1934), 3.) Rachel Beatrice Kay-Shuttleworth (17.2.1886-20.4.1967), unvermählt, Friedensrichterin von Lancashire, 4.) Lawrence Ughtred Kay-Shuttleworth (21.9.1887-30.3.1917), Jurist und Anwalt, als Hauptmann der Royal Field Artillery im Ersten Weltkrieg gefallen, 5.) Edward James Kay-Shuttleworth (16.3.1890-10.7.1917), Rechtsanwalt, Barrister am Inner Temple, als Hauptmann des 7. Bataillons der Rifle Brigade im Ersten Weltkrieg geblieben, und 6.) Catherine Blanche Kay-Shuttleworth (7.4.1894-18.10.1963), vermählt am 22.8.1917 mit Charles Leaf. 

Aufgrund des frühen Todes der beiden Söhne gingen Titel und Erbe an seinen Enkel Richard Ughtred Paul Kay-Shuttleworth (30.10.1913-8.8.1940, gefallen im Zweiten Weltkrieg im Luftkampf um Großbritannien), den Sohn von Lawrence Ughtred und dessen erster Ehefrau Selina Adine Bridgeman (24.6.1886-), der nun 2. Baron und 3. Baronet wurde, gefolgt von seinem Bruder Ronald Orlando Lawrence Kay-Shuttleworth, der 3. Baron und 4. Baronet Shuttleworth wurde. Da beide kinderlos waren, wurde danach Charles Ughtred John Kay-Shuttleworth (24.6.1917-5.11.1947), der Sohn von Edward James Kay-Shuttleworth, danach 4. Baron Shuttleworth. Dessen Sohn Charles Geoffrey Nicholas Kay-Shuttleworth (2.8.1948-) KG (Knight of the Garter 2016) KCVO (2010) setzte die Linie als 5. Baron Shuttleworth fort. Er heiratete am 25.10.1975 Ann Mary Barclay und hatte mit ihr drei Kinder, Thomas Edward Kay-Shuttleworth (29.9.1976-), vermählt am 14.12.2002 mit Clare Tozer of Woildingham, David Charles Kay-Shuttleworth (29.8.1978-) und William James Kay-Shuttleworth (29.11.1979-).

Das Exlibris nennt als Wohnsitz der Familie Gawthorpe Hall. Wir erinnern uns, daß es der Vater des Exlibriseigners war, der diesen Landsitz durch seine Heirat von seinem Schwiegervater bekam, denn seine Frau war dessen Erbtochter. Gawthorpe Hall liegt in der Gemeinde Ightenhill am Süd-Ufer des Flusses Calder (Bezirk Burnley, Lancashire). Gawthorpe war seit dem Mittelalter Sitz der Shuttleworth, und die Keimzelle des Anwesens war ein gegen einfallende Schotten errichteter Wehrturm, der 1600 ff. unter Richard Shuttleworth und seinem Bruder Reverend Lawrence Shuttleworth ausgebaut wurde. Beim heutigen Schlößchen handelt sich um einen kompakten und mit seinen drei bzw. vier Stockwerken hoch aufragenden elisabethanischen Landadelssitz, dessen Bau Robert Smythson oder zumindest seinem Einflußbereich zugeschrieben wird. Es wurde in der Mitte des 19. Jh. im Auftrag von Sir James Phillips Kay-Shuttleworth vom Architekten Charles Barry (23.5.1795-12.5.1860) aufgrund seines ruinösen Zustandes umgebaut und dabei ca. 1850-1860 neugotisch überformt; er ist als Architekt des House of Parliaments (Palace of Westminster) bekannt. Dabei wurde auch die Dekoration des Hauses mit einer fünfachsigen, nach Süden gerichteten Hauptfassade mit zwei seitlichen vorspringenden polygonalen Standerkern und einem rechteckigen Standerker in der Mitte über dem Hauptportal auf Kay-Shuttleworth umgemünzt, mit den Initialen KS an der Eingangstür und inden Stuckmedaillons der Decken. Der ummantelte und eingebaute mittelalterliche Wehrturm ist nach wie vor in der Bausubstanz enthalten und überragt die anderen Flügel. Das seit 1953 unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde im Jahr 1970 von Charles Geoffrey Nicholas Kay-Shuttleworth, dem 5th Baron Shuttleworth, of Gawthorpe in the County Palatine of Lancaster, und 6th Baronet of Gawthorpe Hall, dem National Trust übergeben und für 99 Jahre an das Lancashire County Council verpachtet. Der letzte private Besitzer lebt fortan in in Leck Hall bei Kirkby Lonsdale, Carnforth, Lancashire. 2015 erfolgte eine Restaurierung der Süd- und Westseite des Hauses.

Exlibris von Charles William Sherborne:
Dieses auf das Jahr 1881 datierte und mit der Signatur "C. W. S." für den Künstler Charles William Sherborn (14.6.1831-10.2.1912) versehene Bücherzeichen ist laut Inschrift für "James Martin Carr-Lloyd of Lancing Manor in ye County of Sussex Esqr". Das Exlibris besteht außer der Inschrift nur aus dem Wappen ohne weiteres Beiwerk. 

James Martin Carr-Lloyd (1849-1919) war der Sohn von George Kirwan Carr (17.6.1810-15.6.1877), ab 1855 Carr-Lloyd, und dessen zweiter, ihm 1847 angetrauter Frau, Jane Watson (-27.12.1896). Der Vater war ein Offizier der britischen Armee und diente in Kanada und in Malta, war zuletzt Oberstleutnant der Artillerie im Grafschafts-Regiment von Sussex, wurde dann ein Bankier und schließlich nach Anfall eines netten Erbes Landeigentümer in Sussex. Seine Großeltern waren väterlicherseits Robert James Carr (1774-1841), 1824 Bischof von Chichester und 1831 Bischof von Worcester, und dessen Frau, Nancy Wilkinson (1774-1841). Der Urgroßvater war Reverend Colston Carr. Eine Tante seines Vaters war Elizabeth Anne Carr, vermählt mit dem langjährigen Parlamentsabgeordneten Sir James Martin Lloyd (21.5.1762-24.10.1844), 1st Baronet. Über diese Tante, mittlerweile verwitwet, kam der Besitz Lancing 1855 an den Vater des Exlibriseigners, und wegen dieses Erbes vollzog der Vater die Hinzufügung von Namen und Wappen zu seinem eigenen. Der Vater des Exlibrisbesitzers wurde 1869 High Sheriff von Sussex. Nach dem Tod seines Schwagers Thomas Baker verfiel er in Depressionen und erschoß sich in seinem Landhaus in Lancing. 

 

Der Exlibrisbesitzer James Martin Carr-Lloyd besuchte erst Eton College und studierte ab 1869 am Merton College in Oxford. Zwei Jahre später ist er Lieutenant in the Royal Sussex Regiment. Im Jahre 1875 heiratete er Alice Katharine Wodehouse. James Martin Carr Lloyd erbte Lancing Manor nach dem Suizid seines Vaters im Jahre 1877 und folgte ihm als Grundherr nach. Das Exlibris stammt aus dem Jahr, ab dem er mit seiner Frau in Lancing Manor lebte und sich dort eine Bibliothek einrichtete. Im Jahre 1889 heiratete er in zweiter Ehe Jane Emma St John-Mildmay. 

Das Wappen setzt sich zusammen aus einem gespaltenen Schild, heraldisch rechts für den Ehemann, heraldisch links für seine Ehefrau, und dem kompletten Oberwappen für den Ehemann; weder Kleinod noch Decken noch Devise der Ehefrau werden wiedergegeben. Die Spalthälfte des Ehemannes ist geviert, Feld 1 und 4: in Rot ein silberner, mit drei schwarzen, sechszackigen Sternen belegter Sparren (engl.: Gules on a chevoron Argent three estoiles Sable, Carr), Feld 2 und 3: in einem von Hermelin und Gegenhermelin schräglinks geteiltem Feld ein aufspringender silberner Löwe (engl.: per bend sinister Ermine and Ermines, over all a lion rampant Argent, Lloyd). Dazu werden zwei Helme geführt, Helm 1 (rechts): auf dem Wulst ein abgerissener naturfarbener Hirschkopf mit Geweih (engl.: a stag's head erased Proper, Carr), Helm 2 (links): auf dem Wulst ein abgerissener Löwenkopf (engl.: a lion's head erased, Lloyd). Die linke Spalthälfte des Schildes steht für die Familie Wodehouse, in Schwarz ein goldener, mit 5 roten Tropfen belegter Sparren zwischen drei (2:1) silbernen Fünfblättern (engl.: Sable a chevron Or, guttée de sang between three cinquefoils Argent).

Das in der Inschrift genannte Manor House in Lancing (Adur District, West Sussex) existiert nicht mehr. Im Jahre 1920 wurde das bis ins frühe 17. Jh. zurückgehende und sukzessiv vergrößerte, insbesondere um 1800 ausgebaute Herrenhaus nach dem Tod des Exlibrisbesitzers von der Familie, also von seiner Witwe und seinen Töchtern, an das Lancing College verkauft zur Unterbringung der Internatsschüler. 1935 wurde es an das Worthing Council verkauft, und im Zuge der Stadtentwicklung riß man das alte Manor House nach 4 Jahrhunderten seines Bestehens im Jahre 1972 ab, um ein Freizeit- und Sportzentrum an seiner Stelle zu bauen, das Lancing Manor Leisure centre. Ein Teil des alten Parks überlebte, doch viele der alten Bäume wurden 1987 bei einem Orkan umgeworfen. Im ehemaligen Park sind heute der Lancing Manor Cricket Club, ein Bowling green und ein Kinderspielplatz anzutreffen. Ein kleines Arboretum wurde im nördlichen Bereich nach den Orkanschäden angelegt. Die Bibliothek des Manor Houses wurde über den Antiquariatshandel in alle Winde zerstreut.

Exlibris von unbekanntem Künstler:
Dieses Bücherzeichen von der Hand eines nicht näher bekannten Künstlers ist für "Philip Hamond Esqr", ohne nähere Angaben zum Besitzer oder Künstler. Beim Wappen handelt es sich um das der Familie Hamond of West Acre Park, später of Ashurst, Lowestoft, die in Blau drei natürliche Tauben zwischen zwei goldenen Leistensparren führte (engl.: Azure, three doves Proper between two chevronels Or), hier Feld 1 und 4 des Hauptschildes. Die zugehörige Helmzier zu blau-goldenen Decken und ebensolchem Wulst ist ein naturfarbener Felsenberg, darauf eine naturfarbene auffliegende Taube, die in ihrem Schnabel einen grünen Olivenbaumzwqeig hält (engl.: mantling Azure and Or, crest: upon a wreath of the colours, on a rocky mount Proper, a dove rising also Proper, holding in the beak a slip of olive Vert). Die Familie Hamond stammt von Susan Walpole ab, der jüngsten Schwester von Premierminister Sir Robert Walpole of Houghton Hall, Norfolk. Anthony Hamond (1742-1822) erwarb im Jahre 1761 den Familiensitz West Acre High House in Norfolk.

Der Exlibrisbesitzer Captain Phillip Hamond (30.4.1813-15.10.1886), of Westacre Park and later Ashurst, Lowestoft, war der Sohn von Phillip Hamond (1782-1824) und Anne Packe (1778-20.11.1847). Er wurde in London geboren und am 16.5.1813 in St Marylebone, Westminster, getauft. Seine Großeltern väterlicherseits waren Anthony Hamond (1742-1.10.1822) of West Acre und Sarah Case. Die Großeltern mütterlicherseits waren Charles James Packe (-20.10.1816) of Prestwold, Leicestershire, und Catherine Clifton (1755-5.12.1819). 

Phillip Hamond heiratete 1856 in erster Ehe Richenda Catherine Buxton und 1860 in zweiter Ehe in Tonbridge, Kent, Louisa Gurney Hoare (10.3.1834-4.5.1916), die Tochter und Teilerbin von Samuel Hoare (1.12.1807-27.10.1833) und Catharine Edwards Hankinson (1808-3.2.1896). Die Großeltern von Louisa waren Samuel Hoare (16.1.1783-26.12.1846) und Louisa Gurney (25.9.1784-1836) väterlicherseits und Robert Hankinson und Ann Edwards (3.10.1770-29.3.1853) mütterlicherseits.

 

Entsprechend dieser Genealogie setzt sich das Wappen wie folgt zusammen: Er selber brachte den Hauptschild ein, geviert, Feld 1 and 4: in Blau drei natürliche Tauben zwischen zwei goldenen Leistensparren (Hamond of Westacre, engl.: Azure, three doves Proper between two chevronels Or), Feld 2 und 3: in Silber ein gedornter roter Schrägrechtsbalken, nach der Figur belegt mit drei goldenen runden Gürtelschnallen, zwischen zwei roten Schrägrechtsfäden (Case of Westacre and Stradsett, Norfolk, hier etwas abweichend von den Erwartungen, engl.: Argent on a bend engrailed Gules, plain cottised of the second, three round buckles Or, es sollte statt dessen korrekterweise sein: Argent on a bend engrailed Gules plain cotised (or between 2 plain cotises) Sable 3 buckles Or (buckles sometimes Argent)). Den Schild seiner Ehefrau setzte er als Erwartungsschild (etcutcheon of pretence) seinem eigenen Schild als Herzschild auf, weil seine Frau anteilige Erbin der Familie Hoare war, worin auch das Erbe der Familie Gurney enthalten war: Geviert, Feld 1 and 4: hier abweichend von den Erwartungen innerhalb eines schwarzen Dornenbordes in Silber ein schwarzer Doppeladler (Hoare, engl.: Argent an eagle displayed with two heads Sable within a bordure engrailed of the second. Anmerkung: Es gibt mehrere Zweige dieser Familie, der Zweig in Middlesex and London nutzte diese Variante wie zuvor beschrieben, während andere Zweige, z. B. der in Stourhead, die inversen Farben nutzten, also: Sable an eagle double headed displayed within a bordure engrailed Argent), Feld 2 und 3: in Silber ein rotes, gedorntes Balkenkreuz (Gurney, engl.: Argent a cross engrailed Gules). Wir haben hier also zwei Felder, die nicht ganz den Erwartungen entsprechen, dabei müssen wir uns vor Augen halten, daß diese Bücherzeichen in einer Verfallszeit entstanden sind, in denen es den Stechern im Grunde egal war, solange es die Auftraggeber akzeptierten und bezahlten, und auch die Auftraggeber hatten das Gefühl für richtige Darstellungen in jener Zeit aus den Augen verloren. Deshalb sind solche Abweichungen leider zeittypisch.

Das Wappen der Mutter ist nicht vertreten, denn die Familie Packe of Prestwold, Leicestershire, führte quarterly Sable and Or, in the first quarter a cinquefoil Argent with an Ermine spot on each leaf. Phillips Kinder waren aus erster Ehe Charles Annesley Hamond (1857-1914) und aus zweiter Ehe Richenda Catherine Hamond (1861-1940), verheiratet mit Algernon Digby, Almeria Hamond (1864-1933), verheiratet mit James Carlos Patteson, Winifred Emily Hamond (1866-1957), unvermählt, Richard Anthony Hamond (1868-1894), Priester, unvermählt, und Dorothy Phillipa Hamond (1870-1957), verheiratet mit Frank Eugene Patteson. Der Exlibrisbesitzer starb im Alter von 73 Jahren in Southampton, Hampshire.

Weitere Wappendarstellungen der Familie sind in den Fenstern der West Acre All Saints Church zu sehen, wo an die vier Söhne von Anthony Hamond (1805-1869) erinnert wird, Anthony Hamond (1834-1895), Philip Hamond (1838-1861), Admiral Richard Horace Hamond (1843-1906) und Thomas Astley Horace Hamond (1845-1917). Alle vier heirateten nie. In der genannten Kirche gibt es auch noch Totenschilde, darunter einer für Philip Hamond (-1824), vermählt mit Anne Packe, und marmorne Grabmonumente.

Exlibris von unbekanntem Künstler:
Das vorliegende Exlibris von der Hand eines nicht näher bekannten Künstlers ist lediglich mit "Bayham" bezeichnet. Bayham bezeichnet das Bayham Abbey Estate bei Tonbridge in Kent und war bis in die frühen 1980er Jahre Familiensitz der Marquesses of Camden. Einst war das eine vor über 800 Jahren gegründete Prämonstratenserabtei, die jedoch auf Befehl von Kardinal Wolsey im Jahre 1525 geschlossen und aufgehoben wurde, woraufhin die Abteigebäude dem Verfall überlassen wurden. Sir John Pratt, später Lord Chief Justice of England, kaufte 1714 das Areal der ehemaligen Abtei, und die Familie übernahm die malerische Ruine als Teil ihres Landsitzes.

Der Familienname des Viscount Bayham ist jedoch Pratt, und dazu gehört das Feld 1 des Hauptschildes, in Schwarz ein silberner, mit drei schwarzen, sechszackigen Sternen belegter Balken zwischen drei (2:1) silbernen abgerissenen Elephantenköpfen (engl.: Sable on a fess between three elephants' heads erased Argent as many mullets of the first). Dieses Stammwappen der Familie Pratt trägt als Helmzier zu schwarz-silbernen Decken einen silbernen, abgerissenen Elephantenkopf (engl.: an elephant's head erased Argent), hier nicht dargestellt. Auch die unten auf dem Schriftband zu lesende Devise "JUDICIUM PARIUM AUT LEX TERRAE" = the judgement of my peers or the law of the land gehört zur Familie Pratt. Diese Devise verweist auf das Prinzip des Geschworenengerichts, nach dem jeder das Recht hat, von einer Jury aus seinesgleichen oder nach den Gesetzen des Landes und nicht willkürlich oder unfair beurteilt zu werden. Die Devise stellt also ein fundamentales Prinzip der britischen Rechtsstaatlichkeit dar.

Charles Pratt (1713-1794), Sohn von Sir John Pratt und dessen zweiter Frau, Elizabeth Wilson (eine Tochter von Hugh Wilson, of Trefegwys, Montgomeryshire), heiratete am 4.10.1749 Elizabeth Jeffreys, die Erbtochter von Nicholas Jeffreys, of Brecknock Priory, co. Brecknock, daher die Vereinigung der beiden Wappen. Charles Pratt wurde 1761 Lord Chief Justice of the Common Pleas, und im gleichen Jahr wurde er geadelt. 1765 wurde er zum Baron Camden of Camden Place, in Kent, erhoben. 1766-1770 war er Lord Chancellor in in der Verwaltung unter Lord Chatham, dann ging er in Opposition zu diesem, danach wurde er 1782-1794 Lord President of the Council unter Rockingham und Pitt. Er wurde zum Viscount Bayham und 1786 zum 1st Earl Camden erhoben. Im Jahre 1805 ging der Besitz in Bayham an den Exlibriseigner, den Politiker John Jeffreys Pratt (11.2.1759-8.10.1840), der über seine Mutter Elizabeth Jeffreys ein beträchtliches Vermögen erbte und ein weiteres Vermögen über seine am 31.12.1785 geehelichte Frau, Frances Molesworth (27.2.1766-7.7.1829), die Erbtochter von William Molesworth, of Wenbury, co. Devon, und dessen Frau, Anne Smyth, of Canons Leigh, co. Devon, and St Audries, co. Somerset. John Jeffreys Pratt war ab 1794 Baron Camden of Camden Place, 2nd Earl Camden und Viscount Bayham of Bayham Abbey sowie ab 1812 1st Marquess Camden und Earl of the County of Brecknock. John Jeffreys Pratt machte Bayham zu seinem Hauptwohnsitz. Das Exlibris ist also in die Zeit zwischen 1794 und 1812 zu datieren.

 

Später als Marquess of Camden hat dieses Wappen der Familie Pratt eine ganz andere Zusammensetzung: Geviert (quarterly), Feld 1 und 4 (1st and 4th): in Schwarz ein silberner, mit drei schwarzen, sechszackigen Sternen belegter Balken zwischen drei (2:1) silbernen abgerissenen Elephantenköpfen (Pratt, engl.: Sable on a fess between three elephants' heads erased Argent as many mullets of the first), Feld 2 (2nd): in Schwarz ein silberner Sparren zwischen drei (2:1) silbenen, butbefleckten Lanzenspitzen (Jeffreys, engl.: Sable a chevron between three spears' heads Argent the points embrued), Feld 3 (3rd): in Rot ein Schildchen von Feh, umgeben von 8 goldenen, widergekreuzten Kreuzchen (Molesworth, engl.: Gules an inescutcheon Vair between eight cross crosslets Or). Dazu werden zwei Kleinode geführt, Helm 1 (rechts): zu schwarz-silbernen Decken ein silberner, abgerissener Elephantenkopf (Pratt, engl.: an elephant's head erased Argent), Helm 2 (links): ein abgerissener grüner Drachenkopf, der im Rachen eine rote abgetrennte linke Hand hält und um den Hals eine goldene Kette mit daran herabhängendem goldenen Fallgatter trägt (Jeffreys, engl.: a dragon's head erased Vert holding in the mouth a sinister hand couped at the wrist Gules and about the neck a chain and pendant therefrom a portcullis Or). Dazu werden zwei Schildhalter geführt, rechts ein schwarzer, rotbewehrter Greif und links ein aufspringender goldener Löwe, beide mit einem silbernen Halsband, welches mit drei schwarzen Sternen belegt ist (engl.: supporters: dexter a griffin Sable beaked and clawed Gules, sinister a lion rampant Or, each gorged with a collar Argent charged with three mullets Sable). Die Devise ist die oben genannte.

Im vorliegenden Exlibris ist das Wappen ziemlich anders dargestellt. Im Prinzip spiegeln sich die oben erläuterten Zusammenhänge Pratt-Wilson-Jeffreys-Molesworth-Smyth wider, jedoch größtenteils in anderer bzw. nicht dem späteren Wappen entsprechender Form im Detail. Das liegt daran, daß wir es hier mit walisischer Heraldik zu tun hat, die nicht dem strengen Formalismus der englischen Heraldik folgt und auch hinsichtlich der Farben etwas lockerer mit der Materie umgeht, zumal es sich bei Heraldik um einen Import aus England handelt. Deshalb ist walisische Heraldik oft ein Minenfeld. Oder umgekehrt gesagt: Erst mit der Erhebung zum  Marquess of Camden wurde das Wappen dem englischen Gebrauch entsprechend umgebaut und normiert, denn die Verleihung dieses Titels war ein Titel des Vereinigten Königreichs, und das Wappen mußte dem strengen Auge der britischen Aufsicht genügen. Im Hauptschild steht Feld 1 für Pratt, Feld 2 für Wilson of Trefegwys, Montgomeryshire (Feldfarbe eigentlich schwarz, nicht blau wie die Schraffur nahelegt), Feld 3 und 4 für Jeffreys, wobei in Feld 3 der Drache der Helmzier und in Feld 4 das Schildbild auftaucht, gemäß der Schraffur aber mit der Tinktur Rot im oberen Bereich und nicht komplett schwarz wie später verwendet. Das Feld mit dem Sparren und den Pfeilspitzen steht für Bleddyn ap Maenyrch. Das Feld mit dem Drachen (Argent a dragon's head erased (or couped) Vert holding in its mouth a human hand couped at the wrist bloody) steht für Rhys Goch (Rhys der Rote) of Ystrad Yw. Der Herzschild ist geviert, Feld 1 und 4 stehen für die Familie Molesworth, auch wenn im Schildchen kein Feh zu sehen ist, sondern eine Rose, und die Felder 2 und 3 stehen für Smyth of St. Audries, Somerset. Aber auch beim Wappen Smyth ist eine Abweichung zu vermerken, korrekterweise sollten das keine drei Scheiben oder Kugeln sein, sondern Leopardenköpfe. Das hier ist also vermutlich eine Vorstufe für den Viscount Bayham, die noch der walisischen Heraldik verhaftet ist, ehe mit der Erhebung zum Marquess of Camden die Inhalte gemäß britischem Formalismus festgelegt wurden und ab da anders aussehen als auf diesem Bücherzeichen. Das wäre noch eine wohlmeinende Erklärung der Unterschiede, vielleicht ist der Grund auch viel profaner: Wir befinden uns in einer ausgesprochenen Verfallszeit, wo es die Stecher nicht so genau nahmen, und wo es selbst den Besitzern egal war, welche Schraffuren auf das Blatt kamen, solange das Ergebnis repräsentativ aussah. Und die Stecher machten es natürlich nicht genauer als von den Auftraggebern verlangt. Deshalb sollten wir in jener Zeit solche Unterschiede nicht auf die Goldwaage legen, sondern als bedauerliche Tiefphase der britischen Heraldik betrachten.

Der Exlibrisbesitzer John Jeffreys Pratt saß 1780-1794 für die Tories für Bath im Unterhaus. Er war 1780-1834 Teller of the Exchequer, 1782-1783 und 1783-1789 bei der Admiralität und anschließend 1789-1794 Lord of the Treasury. 1793 wurde er zum Privy Councillor berufen. 1795-1798 war er Lord Lieutenant of Ireland. 1799 wurde er in den Hosenbandorden aufgenommen. 1804-1805 war er Staatssekretär für Verteidigung und für die Kolonien,  1805-1806 und 1807-1812 Lord President of the Council, dann 1808-1840 Lord Lieutenant of Kent. Weitere seiner Ämter waren 1809-1819, 1828-1829 und 1831-1837 Master of the Trinity House, 1826-1840 Trustee of the British Museum sowie 1834-1840 Kanzler der Universität Cambridge.

Der gegenwärtige Inhaber der Titel ist David George Edward Henry Pratt (13.8.1930-), der auf Wherwell House bei Andover, Hampshire, lebt. Er ist der 6th Marquess Camden, der 7th Earl Camden, der 6th Earl of Brecknock, der 7th Viscount Bayham und der 7th Baron Camden. Aus seiner am 20.4.1961 geschlossenen und 1984 geschiedenen Ehe mit Virginia Ann Finlaison, of Arklow Cottage, Windsor, entstammen drei Kinder, James William John Pratt (11.12.1965-), Earl of Brecknock, Jonathan Bruce Charles Pratt (19.4.1970-30.5.1976) und Samantha Caroline Pratt (5.10.1964-).

Exlibris von unbekanntem Künstler:
Das vorliegende Exlibris von der Hand eines nicht näher bekannten Künstlers ist gemäß Schriftzug für den Earl of Meath. Welcher Earl genau, wird offen gelassen, genauso wie die Datierung und das Künstlermonogramm fehlen. Der Name der Familie, die am 16.4.1627 zum irischen Earl of Meath erhoben wurde, lautet Brabazon. Diese Familie kommt ursprünglich aus Moseley und Eastwell in der County of Leicester. Sir William Brabazon kam als erstes Familienmitglied nach Irland, wo er 23 Jahre lang das Amt des Schatzmeisters bekleidete. Ab da lebte die Familie in Irland. Sein Sohn Edward wurde 1616 zum Baron Brabazon of Ardee in County Louth erhoben.

Der Schild ist rot mit einem goldenen Schrägrechtsbalken, welcher mit drei schwarzen Merletten belegt ist (engl.: Gules on a bend Or three martlets Sable). Hier wird der Schild nur von einer Earls-Krone überhöht; die Helmzier entfällt. Würde sie verwendet, sähen wir auf einem grünen Berg einen auffliegenden goldenen Falken mit einer ebensolchen Schelle (engl.: crest: on a mount Vert a falcon rising Or belled Gold). Das Wappen wird von zwei Schildhaltern gehalten, zwei zweibeinige, geflügelte goldene Drachen mit roten Flügeln und Gliedern und einem goldenen Halsband (engl.: supporters: on either side a wyvern Or winged and membered Gules collared and chained Gold). Die Devise auf dem Schriftband lautet: "VOTA VITA MEA" = my life is devoted = mein Leben hat eine Bestimmung. 

 

 Der erste Earl of Meath war William Brabazon (-18.12.1650), 2nd Baron Ardee, der Sohn von Edward Brabazon, 1st Baron Ardee, und dessen Frau, Mary Smyth. Er heiratete 1607 Jane Bingley (-18.12.1644). Am 7.8.1625 folgte er seinem Vater  als 2nd Baron Ardee nach. Im Jahre 1627 wurde er Privy Councillor. Das irische Parlament sandte ihn 1644 nach Oxford, um mit König Charles I. zu verhandeln, doch die Kräfte der Parlamentarier nahmen ihn gefangen und warfen ihn für 11 Monate in den Londoner Tower. Als er zum ersten Earl of Meath erhoben wurde, geschah dies mit der Vorgabe, daß im Falle seiner Erbenlosigkeit der Titel an seinen Bruder Sir Anthony Brabazon und dessen männliche Nachkommen gehen solle. Dazu kam es aber nicht, denn er hatte einen Sohn namens Edward Brabazon (-25.3.1675), der ihm 1650 als 2nd Earl of Meath nachfolgte. Dieser war ebenfalls saß 1634-1635 im Parlament für Athlone. Er heiratete 1632 Mary Chambré (-1685), die Tochter von Calcot Chambré, of Denbigh, Wales, and of Carnowe, co. Wicklow. 1643 kömpfte er gegen die katholischen Aufständischen. Im Dienste König Charles I. führte er einen Trupp Berittener an, wurde von den Kräften der Parlamentarier gefangen genommen und gleich seinem Vater 1644 in den Londoner Tower geworfen. Kaum freigekommen, kämpfte er in der Schlacht von Edgehillund wurde daraufhin in Worcester Castle eingelocht. Nach seiner Rehabilitation wurde er 1660 Privy Councillor. Er fand den Tod durch Ertrinken in der Nähe von Holyhead anläßlich einer Schiffspassage nach England.

Seine drei Söhne folgten im Titel nacheinander nach, zunächst William Brabazon (- ca. 1684/1685) als 4th Baron Ardee und 3rd Earl of Meath, vermählt mit Lady Elizabeth Lennard, 1671 begnadigt, nachdem er einen Mann bei einem Duell getötet hatte, dann Edward Brabazon (-1707) als 4th Earl of Meath, vermählt in erster Ehe mit Cecilia Brereton und in zweiter Ehe mit Dorothea Stopford, und schließlich Chambré Brabazon als 5th Earl of Meath (-1.4.1715), vermählt mit Juliana Chaworth. Alle waren Mitglieder des irischen Parlaments. Des letztgenannten Earls zwei Söhne folgen nacheinander in der nächsten Generation, erst Chaworth Brabazon (1686-1763) als 7th Baron Ardee und dann als 6th Earl of Meath, vermählt mit Juliana Prendergast, dann Edward Brabazon (1691-24.11.1772) als 7th Earl of Meath, vermählt mit Martha Collins. Der Sohn des letztgenannten Earls war Anthony Brabazon (1721-4.1.1790), der 8th Earl of Meath, welcher 1758 Grace Leigh heiratete. Nach diesem folgten wiederum dessen beide Söhne nacheinander, zuerst William Brabazon (6.7.1769-) als 9th Earl of Meath, der an einer im Duell erlittenen Verletzung starb, und dann John Chambré Brabazon (9.4.1772-15.3.1851) als 10th Earl of Meath, seit dem 10.9.1831 auch noch Träger eines Titels des Vereinigten Königreichs als Baron Chaworth of Eaton Hall in the County of Hereford, vermählt mit Lady Melosina Adelaide Meade. Ihr gemeinsamer Sohn war William Brabazon (25.10.1803-26.5.1887), der 11th Earl of Meath, welcher 1837 Harriet Brooke heiratete. Deren Sohn wiederum war Reginald Brabazon (31.7.1841-11.10.1929), 12th Earl of Meath, vermählt 1868 mit Lady Mary Jane Maitland. Als 13th Earl of Meath folgte deren Sohn nach, Reginald Le Normand Brabazon (24.11.1869-10.3.1949), vermählt 1908 mit Lady Aileen May Wyndham-Quin. 

Es folgte der 14th Earl of Meath, ihr gemeinsamer Sohn Anthony Windham Normand Brabazon (3.11.1910-19.12.1998), welcher 1940 Elizabeth Mary Bowlby heiratete und Schloß Killruddy umfassend renovieren ließ. Während des Umbaus lebte die Familie auf Templecarrig in Greystones. Erst 1961 kehrte die Familie nach Killruddy zurück. Der gegenwärtige 15th Earl of Meath ist ihr Sohn, John Anthony (Jack) Brabazon (11.5.1941-), der 1973 Xenia Goudime-Levkovitsch heiratete und mit seiner Familie nach wie vor auf Schloß Killruddery lebt, in Bray, county Wicklow, Irland. Er trägt zwei irische Adelstitel als 15th Earl of Meath und als 16th Baron Ardee und einen Adelstitel des Vereinigten Königreichs als 6th Baron Chaworth. Irgenwann wird ihm sein Sohn nachfolgen, das ist Anthony Jacques Brabazon (30.1.1977-), der 2004 Fionnuala Aston heiratete.

Literatur, Quellen und Links:
Ein herzliches Dankeschön an Stephen Slater für wertvolle Erklärungen und für die unermüdliche Beschaffung seltener und interessanter Exlibris
Eintrag auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ughtred_Kay-Shuttleworth,_1._Baron_Shuttleworth - https://en.wikipedia.org/wiki/Ughtred_Kay-Shuttleworth,_1st_Baron_Shuttleworth
Vater des Exlibrisbesitzers:
https://en.wikipedia.org/wiki/James_Kay-Shuttleworth
Abstammung der Barone Shuttleworth
http://www.cracroftspeerage.co.uk/shuttleworth1902.htm
Sir Woodbine Parish:
https://en.wikipedia.org/wiki/Woodbine_Parish
Gawthorpe Hall in Wikipedia:
https://en.wikipedia.org/wiki/Gawthorpe_Hall - https://de.wikipedia.org/wiki/Gawthorpe_Hall -
Gawthorpe Hall in About Britain:
https://www.aboutbritain.com/GawthorpeHall.htm
Gawthorpe Hall auf den Seiten des National Trust:
https://www.nationaltrust.org.uk/visit/liverpool-lancashire/gawthorpe-hall - https://www.nationaltrust.org.uk/visit/liverpool-lancashire/gawthorpe-hall/things-to-do-at-gawthorpe-hall
Gawthorpe Hall auf den Seiten der Grafschaft Lancashire:
https://www.lancashire.gov.uk/leisure-and-culture/museums/gawthorpe-hall/
Gawthorpe Hall auf einer britischen Reiseseite:
https://www.timetravel-britain.com/articles/houses/gawthorpe.shtml
Gawthorpe Hall auf den Seiten von Historic England:
https://historicengland.org.uk/listing/the-list/list-entry/1237626
Wappen der Barone Shuttleworth:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Coat_of_Arms_of_Charles_Geoffrey_Nicholas,_Baron_Shuttleworth.svg
Familie Shuttleworth:
http://grimshaworigins.org/early-prominent-grimshaw-families/the-shuttleworths-of-gawthorpe/
Sir Woodbine Parish:
https://archive.org/details/lifeofsirwoodbin00hilliala
Wappen für Sir Woodbine Parish:
https://www.theheraldrysociety.com/shop/images/parish-sir-woodbine-kch/
Lage von Gawthorpe Hall in Google Maps:
https://www.google.de/maps/@53.8028115,-2.2947621,43m/data=!3m1!1e3?entry=ttu  
Genealogie Carr-Lloyd:
https://en.wikipedia.org/wiki/Sir_James_Lloyd,_1st_Baronet
Genealogie Carr-Lloyd: https://www.thepeerage.com/p3547.htm#i35462
Genealogie Carr-Lloyd: https://www.wikitree.com/wiki/Carr-Lloyd-2
Lancing Manor http://www.lancingmanor.co.uk/History.html
Über das Carr-Lloyd-Exlibris: https://www.zispotlight.de/wolfgang-augustyn-ueber-ein-exlibris/
Genealogie Hamond bei Wikitree: 
https://www.wikitree.com/wiki/Hamond-26 - https://www.wikitree.com/wiki/Hoare-1634https://www.wikitree.com/wiki/Hamond-26#Biography
Genealogie der Pratt:
http://www.cracroftspeerage.co.uk/camden1812.htm
John Jeffreys Pratt auf Wikipedia:
https://en.wikipedia.org/wiki/John_Pratt,_1st_Marquess_Camden
John Jeffreys Pratt im Parlament:
https://www.historyofparliamentonline.org/volume/1790-1820/member/pratt-john-jeffreys-1759-1840
Abtei Bayham:
https://en.wikipedia.org/wiki/Bayham_Old_Abbey
Abtei Bayham:
https://www.english-heritage.org.uk/visit/places/bayham-old-abbey/history/
Marquesses Camden in Wikipedia:
https://en.wikipedia.org/wiki/Marquess_Camden 
Die Familie Pratt:
https://europeanheraldry.org/united-kingdom/families/families-m-r/house-pratt/
Der zweite Marquess Camden:
https://en.wikipedia.org/wiki/George_Pratt,_2nd_Marquess_Camden
Earls of Meath in der Wikipedia:
https://en.wikipedia.org/wiki/Earl_of_Meath - https://de.wikipedia.org/wiki/Earl_of_Meath
Earls of Meath:
https://rathdown.wicklowheritage.org/new-contributions/the-earls-of-meath-and-bray-delgany
Schloß Killruddy:
https://killruddery.com/pages/our-house
Genealogie der Earls of Meath:
http://www.cracroftspeerage.co.uk/meath1627.htm
William Courthope (Hrsg.): Debrett’s Complete Peerage of the United Kingdom of Great Britain and Ireland, 22nd Edition, 1839

Heraldik der illegitimen Nachkommen der englischen Könige

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